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Geschichte

VI. Geschäftsführung

Auf der Gründungsversammlung des Gemeindetages im Jahre 1946 wurde Gemeindedirektor Johannes Rohwer, Büdelsdorf, zum ehrenamtlichen Geschäftsführer des Verbandes gewählt. Die Geschäftsstelle befand sich in Büdelsdorf. Nach dem Tod von Rohwer (08.02.1948) übernahm der 1. Vorsitzende, Gemeindedirektor Gerke, Kronshagen, zunächst auch die ehrenamtliche Geschäftsführung, bis am 01.10.1948 mit Landrat z.Wv. Gerhard Wandschneider der erste hauptamtliche Geschäftsführer eingestellt wurde. Gerhard Wandschneider übte dieses Amt bis zu seiner Wahl zum Landrat des Kreises Hzgt. Lauenburg (mit Wirkung vom 01.06.1950) aus; die Geschäftsstelle befand sich zunächst weiterhin in der Gemeindeverwaltung in Kronshagen, und zwar auch nach dem Ausscheiden von Wandschneider, da der bisherige Vorsitzende des Gemeindetages, Gemeindedirektor a.D. Gerke, die Geschäftsführung ab 01.06.1950 kommissarisch wieder übernahm. Im August 1950 wurde die Geschäftsstelle in angemietete Räume nach Kiel, Muhliusstraße 36a (Berghaus), verlegt. Am 11.09.1950 befaßte sich der Hauptausschuß "in stundenlanger Beratung" mit der Wahl eines hauptamtlichen Geschäftsführers. Gewählt wurde Landrat z.D. Johannes Beck aus Heide, der nach kurzer Tätigkeit am 23.08.1951 im Alter von nur 51 Jahren verstarb. Zu seinem Nachfolger wählte der Hauptausschuß am 28.09.1952 Landrat z.Wv. Rudolf Reimers, der dieses Amt auch nur ein knappes Jahr lang ausübte. Mit der am 26.08.1952 erfolgten Wahl des Bürgermeisters z.Wv. Dr. Johannes Meiforth zum hauptamtlichen Geschäftsführer kehrte in der Landesgeschäftsstelle endlich Kontinuität ein. Dr. Meiforth, studierter Volkswirt, wirkte Anfang der 30er Jahre zunächst in der Wirtschaft, wechselte dann in die öffentliche Verwaltung und wurde 1937 zum Bürgermeister der Kreisstadt Osterburg in der Altmark (Provinz Sachsen) gewählt. Nach dem Kriege kehrte er nach Wilster, wo er aufgewachsen war, zurück. Dr. Meiforth führte die Geschäfte des Gemeindetages über 10 Jahre, bis zu seinem Ausscheiden am 29.02.1964. "Seinem unermüdlichen Streben zum Wohle unseres Verbandes, seinem Verhandlungsgeschick, gepaart mit fachlichem Können, haben wir es zum großen Teil zu verdanken, daß heute von den 1.340 Landgemeinden in Schleswig-Holstein 1.332 Mitglieder unseres Verbandes sind und dadurch die Schlagkraft entsprechend gestiegen ist..." heißt es in einer Würdigung Dr. Meiforths zu seinem 65. Geburtstag.18) Während der Amtszeit von Dr. Meiforth wurde 1958 die Geschäftsstelle in der Muhliusstraße durch Anmietung weiterer Räume um einen Sitzungsraum erweitert. Am 01.10.1963 wurde die Geschäftsstelle an ihren heutigen Standort im "Haus der kommunalen Selbstverwaltung" verlegt. Das Haus der kommunalen Selbstverwaltung, das die Geschäftsstellen mehrerer kommunaler Verbände aufnahm, war am 11.11.1963 nach 2jähriger Bauzeit feierlich eingeweiht worden.

Nachfolger von Dr. Meiforth wurde Dr. Gerd Willing, der seinen Dienst beim Gemeindetag bereits am 01.10.1963 aufnahm und bis zum Ausscheiden von Dr. Meiforth mit diesem gemeinsam die Geschäfte führte.

Dr. Willing war seit 1951 bei der Stadt Kiel in verschiedenen Verwaltungszweigen tätig, unter anderem als Sonderreferent für Gebietsreform, und übernahm 1954 gleichzeitig die Geschäftsführung des Deutschen Städtetages, Landesverband Schleswig-Holstein. Der Wechsel vom Städtetag zum Gemeindetag war sicherlich ungewöhnlich (Gebietsreformreferent!); Dr. Willing selbst bezeichnete ihn deshalb sehr treffend auch als "Wandlung vom Saulus zum Paulus". Jedenfalls war Dr. Willing während seiner 18jährigen Tätigkeit als Geschäftsführer des Gemeindetages von Anfang an ein konsequenter, beharrlicher, rhetorisch sehr begabter Interessenvertreter des ländlichen Raumes, der als Schriftführer der Verbandszeitschrift "Die Gemeinde" eine spitze Feder zu führen wußte. Am 30.08.1981 trat Dr. Willing in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wählte der Hauptausschuß am 25.06.1981 Regierungsdirektor Siegfried Bitterberg aus dem Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein. Siegfried Bitterberg führte die Arbeit von Dr. Willing, insbesondere den ständigen Kampf um die Erhaltung einer angemessenen Finanzausstattung der Gemeinden, in der ihm eigenen kreativen und engagierten, rhetorisch brillanten Art fort. Er verstarb am 10.01.1989, nur zwei Tage nach Vollendung seines 50. Lebensjahres.

Am 21.03.1989 wählte der Hauptausschuß den jetzigen Geschäftsführer Dr. Hartmut Borchert, zum Nachfolger von Siegfried Bitterberg. Dr. Borchert war zuvor Leitender Kreisverwaltungsdirektor beim Kreis Plön.

18) Soldwedel, Dr. Johannes Meiforth - 65 Jahre alt, in: Die Gemeinde 1963 S.40

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